Einblicke in den Fraunhofer IWS Jahresbericht 2021/2022

Simulationen für die 2D-Laserhärtung

Aktuelles – Fraunhofer IWS Dresden /

Um Turbinenschaufeln, Werkzeuge, Motorenbauteile oder andere Stahlkomponenten energiesparend und beanspruchungsgerecht zu härten, setzt sich in der Industrie immer mehr die umweltfreundliche Behandlung mit dem Laser durch: Im Vergleich zur Ofenhärtung sinkt bei der Laserhärtung – je nach Bauteil – der Energieaufwand um bis zu mehr als 90 Prozent.

Thermische Simulationen unterstützen den Entwurfsprozess des Laserhärtens mit 2D-Strahloszillation.
© Fraunhofer IWS
Thermische Simulationen unterstützen den Entwurfsprozess des Laserhärtens mit 2D-Strahloszillation.
Beispiel für das Laserhärten von komplexen Bauteilgeometrien mit einer 2D-Strahlformungseinheit: Durch eine vorgelagerte Simulation lassen sich die Laser-Scanparameter präzise einstellen. Das sorgt für einen optimierten Härteprozess.
© Fraunhofer IWS
Beispiel für das Laserhärten von komplexen Bauteilgeometrien mit einer 2D-Strahlformungseinheit: Durch eine vorgelagerte Simulation lassen sich die Laser-Scanparameter präzise einstellen. Das sorgt für einen optimierten Härteprozess.

Zudem lassen sich damit auch hitzeempfind­liche Komponenten schonend härten. Schnell schwingende Spiegel führen den Laserstrahl und steuern präzise den thermischen Energie­eintrag, der oft nur einige Zehntelmillimeter tief ins Bauteil reicht. Auch fällt der energeti­sche Aufwand weg, der beim Ofen-, Flamm- oder Induktionshärten häufig nötig ist, um Bauteile abzuschrecken oder anzulassen.

Das Fraunhofer IWS arbeitet gemeinsam mit europäischen Partnern daran, der Laser­härtung breitere Einsatzmöglichkeiten durch Nutzung komplexerer 2D-Scanfiguren zu eröffnen. Ziel sind besonders kompakte und preiswerte Laserhärtungsmodule für Roboter und CNC-Zellen. Sie sollen mit nur noch einem statt der bisher üblichen zwei Schwingspiegel den Laserstrahl zweidimensional führen und formen.
 

2D-Scan Technik für das Laserhärten komplexer Formen

Für ein vertieftes Verständnis dieser noch jungen 2D-Scan-Technik setzt das Fraunhofer IWS selbstentwickelte Simulationsprogramme ein. Simuliert werden die komplexen zeit- und ortsabhängigen Temperaturverteilungen, um den Einfluss von Parametern wie Laser­leistung, Strahldurchmesser und Oszillations­figuren sowie -frequenzen virtuell abbilden und bewerten zu können. Im Fokus steht die Suche nach geeigneten thermischen Zyklen und optimalen Härteergebnissen. Die gewon­nenen Erkenntnisse sollen in die Auslegung und Steuerung industrierelevanter Anwendun­gen einfließen, um selbst komplex geformte Bauteile gleichmäßig laserhärten zu können. Perspektivisch sollen Methoden Künstlicher Intelligenz für die Strahlformung und -führung zum Einsatz kommen.

Erzeugung einer elliptischen Scanfigur für das Laserhärten von komplexen Bauteilgeometrien.
© Fraunhofer IWS
Erzeugung einer elliptischen Scanfigur für das Laserhärten von komplexen Bauteilgeometrien.

Förderhinweis

Das Projekt »Dynamische 2D-Strahlformung für den optimierten Energieeintrag in Lasermaterialbearbeitungsprozessen« (DynaBeam) wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unter dem Förderkennzeichen 100390823 für den Zeitraum vom 30.12.2019 bis 31.03.2022 gefördert.