Gilt es Naturfaserwerkstoffe für struktur-relevante Strukturen wie bspw. Brücken und andere Tragstrukturen einzusetzen, dann muss eine Vorhersage der Langlebigkeit auch mechanisch wiederholte Belastung berücksichtigen. Die Arbeitsgruppe Werkstoff- und Bauteilzuverlässigkeit am Fraunhofer IWS befasst sich mit der Zuverlässigkeitsbewertung von Naturfaserwerkstoffen. Die nachhaltige Materialklasse Holz bzw. Holzverbindungen bieten eine ökologische Alternative zu klassischen Faserverbundwerkstoffen und gewinnen aufgrund der Nachhaltigkeit in verschiedensten Industriezweigen an Bedeutung.
Ziel der Forschungsarbeiten am Fraunhofer IWS ist es, die mechanischen Eigenschaften mit Schwerpunkt auf dem Werkstoffverhalten unter zyklischer mechanischer Beanspruchung zu bewerten. Hierfür stehen verschiedene Prüfmethoden wie beispielsweise 4-Punkt-Biegevorrichtungen und in-situ Messtechnik (z. B. Thermografie und digitale Bildkorrelation für Dehnungs-und Verschiebungsmessung) zur Verfügung. Weiterhin werden anwendungsspezifische Prüfmethoden entwickelt, mit denen sich praxisrelevante Kennwerte für die quasistatische Festigkeit und das Ermüdungsverhalten bestimmen lassen. Ein Selbstverständnis ist dabei die Aufklärung der Schädigungsentwicklung. Nur wenn versagenskritische Werkstoffbereiche identifiziert werden können, besteht auch eine Möglichkeit, festigkeitssteigernde Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So können Risiken minimiert und die Sicherheit in der Anwendung erhöht werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung neuer, leistungsfähiger Naturfaserprodukte ein. Damit leistet das Fraunhofer IWS einen wichtigen Beitrag zur Etablierung nachhaltiger Werkstofflösungen in der Industrie.