DemoPath – Transferpfad zur Ertüchtigung der Zulieferindustrie für Dual-Use-Fertigung im Kontext von E-Mobilität und Sicherheit
Zielstellung
Die Herstellung verteidigungsrelevanter Güter ist derzeit durch kritische Abhängigkeiten von wenigen Herstellern und hochspezialisierte Single-Use-Fertigungsanlagen geprägt. Gleichzeitig hat die Europäische Union den Ausbau der Produktionskapazitäten für Munition großer Kaliber als strategische Priorität definiert. Trotz Initiativen wie dem Act in Support of Ammunition Production (ASAP) bestehen weiterhin erhebliche Versorgungslücken.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, den Technologietransfer von Fertigungstechnologien der Automobil-Serienproduktion auf die Herstellung verteidigungsrelevanter Komponenten zu demonstrieren. Im Fokus steht die Entwicklung einer Smart-Production-Konzeption für eine Dual-Use-Produktion, die bestehende Fertigungsinfrastrukturen der Automobilindustrie nutzt. Durch den Einsatz etablierter, hochautomatisierter Fertigungsmethoden soll eine dezentrale und im Bedarfsfall schnell skalierbare Produktion ermöglicht werden, um Produktionsrisiken zu reduzieren und die industrielle Resilienz zu stärken. Grundlage hierfür bildet eine Analyse der sächsischen Automobilindustrie zur Identifikation geeigneter Fertigungslinien und Technologien mit hohem Transferpotenzial.
Ergebnis
Als Demonstrator wird die Fertigung eines dickwandigen geschweißten Stahlkörpers mit lokaler Kupferplattierung unter Einsatz der Fertigungsverfahren Laserschweißen und Laserdirektplattieren realisiert. Das Projekt zeigt exemplarisch, dass etablierte Fertigungstechnologien aus der Automobilindustrie erfolgreich auf verteidigungsrelevante Anwendungen übertragen werden können und bestehende Produktionsinfrastrukturen mit überschaubarem Anpassungsaufwand für Dual-Use-Anwendungen ertüchtigt werden können. Dadurch werden die Voraussetzungen für eine flexible, dezentrale und skalierbare Fertigung geschaffen, die im Krisenfall die Verteidigungsindustrie entlasten und gleichzeitig die Resilienz des Industriestandorts Sachsen stärken kann. Das Fraunhofer IWS übernimmt dabei die Rolle des Technologieintegrators und Transferbeschleunigers, indem es den branchenübergreifenden Wissenstransfer zwischen Automobil- und Verteidigungsindustrie fördert und die Überführung innovativer Fertigungstechnologien in die industrielle Praxis unterstützt.