EUV-Spiegelschichten

Prinzip der EUV-Lithographie
© Fraunhofer IWS
Prinzip der EUV-Lithographie
Konvex gekrümmter EUV-Spiegel mit Mo/Si-Gradientenmultischicht
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Konvex gekrümmter EUV-Spiegel mit Mo/Si-Gradientenmultischicht

EUV-Lithografie ist ein Fotolithografie-Verfahren, das extrem ultraviolette Strahlung (EUV) mit einer Wellenlänge von 13,5 nm nutzt. Die EUV-Lithografie ermöglicht es, nach Ausreizen bisheriger Belichtungsmethoden die Strukturverkleinerung in der Halbleiterindustrie fortzusetzen, um kleinere, effizientere und schnellere integrierte Schaltkreise herstellen zu können.

Der Technologiesprung von den um 2008 verwendeten 193 nm-Belichtungsanlagen zu 13,5 nm bedingt auch die Umstellung von Linsen zu reflektierenden Optiken, da EUV-Strahlung im Linsenmaterial zu stark absorbiert wird. Die Anforderungen an die Reflexionsschichten sind: i. höchste EUV-Reflexionsgrade, ii. präzise Schichtdickengradienten, iii. geringste Eigenspannungen und iv. sehr gute Langzeitstabilitäten.

Zur Abscheidung von Mo/Si-Multischichten wird die im IWS verfügbare hochpräzise Magnetron-Sputter-Deposition (MSD) eingesetzt. Mit dieser Technik konnte im Jahr 2016 von uns der Rekordwert von 70,7 % Reflektivität bei 13,5 nm erzielt werden (Referenz). Durch den Einsatz von dünnsten Barriereschichten im Mo/Si-Multischichtstapel wurde ein grenzflächen-optimiertes Multischichtsystem entwickelt, das hinsichtlich Reflexionsgrad, Eigenspannungen und Langzeitstabilität internationale Spitzenwerte erreicht.

Anwendungen

EUV-Spiegel werden in der Halbleiter-Lithographie, Mikroskopie, Metrologie (EUV-Reflexionsnormale), Plasmaphysik, Spektroskopie und in Röntgenlasern genutzt.

 

EUV-Reflexionsnormale

Anforderungen

Absolutmessungen des Reflexionsgrades und der Peaklage von EUV-Spiegeln sind mit hoher Genauigkeit meist nur an Synchrotrons möglich. Um dennoch auch mit Labormessgeräten möglichst genaue Aussagen hinsichtlich Reflexionsgrad und Peaklage von unbekannten EUV-Reflexionsschichten zu erhalten, werden kalibrierte Vergleichsproben, sogenannte Normale, benötigt, deren Charakteristika exakt bekannt sind. Diese Reflexionsnormale müssen höchste Anforderungen hinsichtlich Langzeitstabilität, Homogenität und Wärmebeständigkeit aufweisen.

Lösung

Um sowohl zeitliche als auch wärmebedingte Veränderungen im Aufbau der Nanometer-Multischichten zu vermeiden, werden deren Grenzflächen durch das Einfügen von speziellen Diffusions- und Reaktionsbarriereschichten stabilisiert. Langzeitmessungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt am Synchrotronstrahlungsring BESSY2 über 3 Jahre hinweg ergaben keine nachweisbaren Veränderungen der Reflexionscharakteristika. Folgende Spezifikationen weisen EUV-Reflexionsnormale auf:

  • maximale Abweichung von der mittleren Peaklage: < 0,002 nm
  • maximale Abweichung vom mittleren Reflexionsgrad: < 0,1 %
  • Homogenität der Schichten: > 99,95 %
  • Ausheizbarkeit der Schichten bis T ≤ 150 °C