Remote-Laserschneiden von Nichtmetallen

REM-Aufnahme Kunststoffschneiden
© Fraunhofer IWS Dresden
REM-Aufnahme Kunststoffschneiden
Anlagenprinzip des Remote-Laserschneidens ,,on the fly'' mit zwei bewegten Scannerköpfen
© Fraunhofer IWS Dresden
Anlagenprinzip des Remote-Laserschneidens ,,on the fly'' mit zwei bewegten Scannerköpfen

Beim Laser-Remote-Schneiden von Nichtmetallen und Verbundwerkstoffen wird ein gut fokussierter Laserstrahl mit Hilfe von schnell bewegten Spiegeln entlang der zu schneidenden Kontur auf der Bauteiloberfläche bewegt. Die Geschwindigkeit des Laserspots beträgt dabei einige Meter in der Sekunde. Durch die Wechselwirkung des Laserstrahls mit dem Bauteil wird Material zersetzt oder verdampft und somit kontinuierlich bis zur Materialtrennung abgetragen.

Wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens sind die hohen Bearbeitungsgeschwindigkeiten, die selbst hochdynamische Schneidanlagen mit Lineardirektantrieben infolge der Masseträgheit nie erreichen werden.

Für das Laser-Remote-Schneiden stellen komplizierte Konturen kein Problem dar. Die lasergeschnittenen Kanten zeichnen sich in der Regel durch eine gute Kantenqualität aus. Das bearbeitbare Materialspektrum ist weit gefächert und reicht von Kartonagen über Industrietextilien bis zu carbonfaserverstärkten Polymeren. Infolge der höheren Schneidgeschwindigkeit ist die Wärmeeinflusszone beim Laser-Remote-Schneiden im Allgemeinen geringer als beim klassischen Laserschneiden. Im Vergleich zum Stanzen bestehen die Vorteile des Laserschneidens in der hohen Flexibiltät und in der Einsparung der Kosten für den Werkzeugbau. In ausgewählten Anwendungsfällen ist das Remote-Laserschneiden sogar ohne Alternative.